{"id":439,"date":"2019-11-11T09:06:00","date_gmt":"2019-11-11T08:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gihag.at\/wp2\/?p=439"},"modified":"2020-01-03T20:40:40","modified_gmt":"2020-01-03T19:40:40","slug":"aufzugsnorm-millionenkosten-fuer-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gihag.at\/wp2\/2019\/11\/11\/aufzugsnorm-millionenkosten-fuer-stadt\/","title":{"rendered":"Aufzugsnorm: Millionenkosten f\u00fcr Stadt"},"content":{"rendered":"<p>ORF Wien,<\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-438 alignleft\" src=\"https:\/\/www.gihag.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/mydata\/medien\/01_logos\/ORF_logo_160x068.png\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"68\"><br>\nAufzugsnorm: Millionenkosten f\u00fcr Stadt<\/h2>\n<h3>In der EU gibt es eine neue Sicherheitsnorm f\u00fcr Aufz\u00fcge. Alleine die zus\u00e4tzliche \u00dcberpr\u00fcfung auf Einhaltung der Norm w\u00fcrde f\u00fcr die 46.000 Wiener Anlagen 14 Mio. Euro kosten \u2013 f\u00fcr ein schon jetzt sicheres \u201eVerkehrsmittel\u201c, kritisierte die Ziviltechnikerkammer.<\/h3>\n<p>ORF Wien | Von <strong>red, wien.ORF.at\/Agenturen<\/strong> | 09.06 Uhr, 11. November 2019<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wien.orf.at\/stories\/3021120\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Originalbeitrag ORF Wien<\/a><\/p>\n\n\n<p>Die Stadt Wien m\u00fcsste f\u00fcr ihre 9.000 Aufz\u00fcge 2,7 Mio. Euro Steuergeld ausgeben. Das Geld k\u00f6nnte in anderen Bereichen, zum Beispiel der Pr\u00e4vention von Todesf\u00e4llen durch gef\u00e4hrliche Keime, sinnvoller angewendet werden und zu einem deutlich h\u00f6heren Sicherheitsgewinn f\u00fchren, sagte Erich Kern, Pr\u00e4sident der Kammer der Ziviltechniker f\u00fcr Wien, Nieder\u00f6sterreich und Burgenland.<\/p>\n\n\n\n<h2>Kein Todesfall seit 2010<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kammer hat gemeinsam mit der Stadt Wien eine \u201eAbsch\u00e4tzung der Notwendigkeit zur neuerlichen Nachr\u00fcstung bestehender Aufz\u00fcge auf den Stand der Technik\u201c erstellt und damit Kosten und m\u00f6gliche Nutzen der neuen Norm (EN 81-80) gegen\u00fcbergestellt. Daraus geht hervor, dass es in ganz \u00d6sterreich seit 2010 keinen Todesfall im Zusammenhang mit der Nutzung eines Aufzugs gegeben hat \u2013 bei 80.000 Personen- und Lastenaufz\u00fcgen. Nur rund 100 Schadensf\u00e4lle werden pro Jahr registriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Statistisch sei ein Todesfall mit einem Aufzug inzwischen gleich unwahrscheinlich wie das Zusammenbrechen des ganzen Geb\u00e4udes. \u201eRein rational, aus technischer Sicht, macht diese Nachr\u00fcstung keinen Sinn\u201c, so Kern. Der Zuverl\u00e4ssigkeitsgewinn stehe in keinem vertretbaren Verh\u00e4ltnis zu den anfallenden Kosten. Er w\u00fcnsche sich angesichts beschr\u00e4nkter Ressourcen eine \u00f6ffentliche Diskussion, nicht nur \u00fcber diese Norm, sondern grunds\u00e4tzlich \u00fcber die Bereiche, in denen in mehr Sicherheit investiert werden soll.<\/p>\n\n\n\n<h2>Mehr Sicherheit, mehr Leichtsinn<\/h2>\n\n\n\n<p>Denn man m\u00fcsse auch bedenken, dass bessere Sicherheitsma\u00dfnahmen die Menschen sorgloser werden lassen. Im Bericht hei\u00dft es: \u201eWir Menschen haben (die) Eigenschaft, ein Risiko konstant zu halten. Bessere Sicherheitssysteme f\u00fchren daher nicht zwingend zu einer verminderten Unfallh\u00e4ufigkeit, wenn wir im Bewusstsein der h\u00f6heren Zuverl\u00e4ssigkeit der technischen Systeme immer leichtsinniger werden.\u201c Und der Bericht weist darauf hin, dass in den Aufzugsbestimmungen ein im Bauwesen einmaliger \u201eSchutz vor Unachtsamkeit und unbewusster Sorglosigkeit der Benutzer\u201c verlangt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kern ist die Zusammensetzung der Normungsgremien, in denen Industrie und Pr\u00fcforganisationen wie der T\u00dcV das Wort f\u00fchren, der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die laufende Versch\u00e4rfung der Pr\u00fcfungen bei einem schon jetzt sicheren technischen Hilfsmittel. W\u00e4hrend die Industrie Mitarbeiter f\u00fcr diese ehrenamtliche T\u00e4tigkeit abstellen k\u00f6nne, seien die Steuerzahler nicht vertreten. Es sei \u201everst\u00e4ndlich\u201c, dass die Industrie f\u00fcr mehr \u00dcberpr\u00fcfungen lobbyiert, denn wird beispielsweise die \u00dcberpr\u00fcfung von einmal j\u00e4hrlich auf halbj\u00e4hrlich erh\u00f6ht, verdoppele sich der Umsatz der Branche, rechnete er vor.<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcssten alle 46.000 Wiener Aufzugsanlagen nachger\u00fcstet werden und setze man nur einen Mindestsatz von 1.000 Euro daf\u00fcr an, dann g\u00e4be es schon 46 Mio. Euro mehr Umsatz f\u00fcr die Branche \u2013 hochgerechnet auf Europa dann Milliardenbetr\u00e4ge. \u201eDa wird der Fokus auf die falschen Dinge gelegt und zwar nicht unabsichtlich\u201c, so Kern, der seinerseits darauf verweist, dass die Ziviltechniker in dieser Frage keine Eigeninteressen verfolgen. Es gebe auch seit einer Empfehlung der EU-Kommission von 1995 keine europ\u00e4ische Richtlinie oder Verordnung mehr, die eine Anpassung bestehender Aufz\u00fcge an den Stand der Technik verlangen w\u00fcrde, vermerkt der Bericht.<\/p>\n\n\n\n<h2>Diskussion \u00fcber Norm<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Europ\u00e4ische Norm wird nun in eine \u00d6-Norm \u00fcbernommen werden. Damit ist sie allerdings noch nicht Gesetz. Und an und f\u00fcr sich m\u00fcssen Aufz\u00fcge nur zus\u00e4tzlich \u00fcberpr\u00fcft und nachger\u00fcstet werden, wenn dies im Aufzuggesetz so festgeschrieben wird. Allerdings werde im Zivilrecht oft auf den \u201eStand der Technik\u201c abgestellt, der in den geltenden Normen erfasst wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher gebe es auch ohne gesetzliche Basis einen Druck auf Aufzugsbetreiber, ihre Anlagen aus Angst vor Haftungen aufgrund von zivilrechtlichen Bestimmungen (wie der Sorgfaltspflicht der Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer) nachzur\u00fcsten, sagte Kern. In diesem Sinn w\u00fcrden Gesetze \u201enicht nur im Parlament gemacht\u201c. Kern erhofft sich aber trotzdem noch eine \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber die Sinnhaftigkeit der Umsetzung dieser Norm: \u201eDie Gesellschaft sollte nachdenken, wof\u00fcr sie ihr Geld ausgibt\u201c, w\u00fcnscht sich Kern.<\/p>\n\n\n\n<p>red, wien.ORF.at\/<a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/impressum-nachrichtenagenturen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Agenturen<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2>Link:<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/wien.arching.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kammer der ZiviltechnikerInnen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ORF Wien, Aufzugsnorm: Millionenkosten f\u00fcr Stadt In der EU gibt es eine neue Sicherheitsnorm f\u00fcr Aufz\u00fcge. Alleine die zus\u00e4tzliche \u00dcberpr\u00fcfung auf Einhaltung der Norm w\u00fcrde f\u00fcr die 46.000 Wiener Anlagen 14 Mio. 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